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Höllische Einsamkeit

Autorenbild: Isabel Gräf
Isabel Gräf
vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

HÖLLISCH EINSAM - mitten auf dem Weg

Eine Reise nach Dante Alighieri

Nach Motiven aus „Die Göttliche Komödie“

Theaterstück für Jugendliche

Personen

DANTE – ein junger Mensch auf der Suche nach seinem Weg

VERGIL – Dichter, Führer und Beobachter

BEATRICE – Stimme der Hoffnung und Erinnerung

HOCHMUT – eine Seele, die gesehen werden wollte

NEID – eine Seele, die durch Vergleich lebt

ZORN – eine Seele, die ihre Verletzung bewacht

TRÄGHEIT – eine Seele, die aufgehört hat zu handeln

GEIZ – eine Seele, die alles festhalten will

VÖLLEREI – eine Seele, die niemals satt wird

WOLLUST – eine Seele, die einen Augenblick bewahren wollte

CHOR – Stimmen des Waldes, der Schatten und der Übergänge


PROLOG

Der dunkle Wald

(Dunkelheit. Atem. Schritte. Stimmen aus verschiedenen Richtungen.)

CHOR

Es gibt einen Moment

im Leben eines Menschen,

in dem der Weg nicht mehr sicher ist.

Nicht weil kein Weg existiert. Sondern weil man nicht mehr weiß,

welcher Weg der eigene ist.

(Pause.)

Jeder Weg ruft:

Komm.

(DANTE tritt auf.)


DANTE

Mitten auf meinem Lebensweg

verlor ich mich in einem dunklen Wald.

So erzählt man diese Geschichte.

Aber niemand wacht auf

und steht plötzlich im Wald.

Man geht hinein.

Einen Schritt.

Eine Entscheidung.

Eine Angst.

Ein Schweigen.

Bis man irgendwann merkt:

Ich weiß nicht mehr,

wann ich den Weg verloren habe.

(Er sieht sich um.)

Ich suchte nach einer Spur.

Nach einem Zeichen.

Nach einer Stimme, die sagt:

Du bist noch richtig.

Doch der Wald antwortete nur mit meiner eigenen Stimme.

CHOR

Du bist falsch gegangen.

DANTE

Wer spricht?

CHOR

Vielleicht deine Angst.

Vielleicht deine Erinnerung.


Vielleicht der Teil von dir,

den du längst kennst.

DANTE

Dann muss ich weitergehen.

CHOR

Alle sagen das.

DANTE

Und alle finden den Weg?

(Stille.)

CHOR

Nein.


SZENE 1

Vergil

(Eine Gestalt erscheint.)

DANTE

Wer bist du?

VERGIL

Jemand, der den Weg kennt.

DANTE

Ein Engel?

VERGIL

Nein.

DANTE

Ein Geist?

VERGIL


Auch nicht.

DANTE

Was dann?

VERGIL

Eine Erinnerung.

DANTE

Das klingt nicht nach Rettung.

VERGIL

Manchmal ist eine Erinnerung

die einzige Rettung, die wir bekommen.

DANTE

Warum bist du hier?

VERGIL

Weil du gerufen wurdest.

DANTE

Ähh .Von wem?

(VERGIL schweigt.)

DANTE

Beatrice?

VERGIL

Manche Namen müssen warten,

bis man bereit ist, sie zu hören.

DANTE

Wohin führst du mich?

VERGIL

Dorthin, wo Menschen sehen können,

was sie aus ihrem Leben gemacht haben.


DANTE

In die Hölle?

VERGIL

In die Wahrheit....


Anfang August fand unsere wundervolle Theaterwoche, gefördert über

"Kultur macht stark" - "Tanz und Theater machen stark" unter der

Leitung und Regie von Daniela Scheuren statt!


Mit dabei waren eine Gruppe hochmotivierter junger Schauspieler*innen,

Aylin Sağlam als pädagogische Leitung, sowie Jada Primus, die uns mit Foto, Film und Assistenz begleitet hat.

Ein riesiges Dankeschön an das Team und ein riesiger Applaus an alle Schauspielerinnen und Schauspieler für diese großartige Leistung!


In nur einer Woche haben die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit Daniela das Stück entwickelt und Dantes „Göttliche Komödie“ damit ganz neu interpretiert und inszeniert. Szenenentwicklung, kreative Ideen, Theaterübungen, Musik, Outfit, Choreografie: Es war das komplette Rundumprogramm!


Unser Bürgermeister Herr Spatz, Ehrengast der Aufführung am Ende der Woche, war ebenfalls beeindruckt von der schauspielerischen Leistung der Jugendlichen.


Ein herzlicher Dank geht an das @theater_ensemble, bei dem wir die Woche zu Gast sein durften und die tollen Räume nutzen konnten!


Ein herzlicher Dank geht auch an das Bildungsbüro der Stadt Würzburg für die Unterstützung als Bündnispartner.




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